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Warum sollten Sie sich über Staub Sorgen machen?

Einige HSE-Experten betrachten Staub als „neues Asbest in der Bauindustrie“. Denn Staub hat potentiell gefährliche Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit Ihrer Mitarbeiter.

Dust is created at nearly every point in the construction process during drilling, sawing, breaking, grinding and transportation

Staub kann gefährlich sein

Einige Sicherheitsexperten betrachten Staub aufgrund der damit verbundenen Risiken für Gesundheit und Sicherheit heute als das „neue Asbest der Baubranche“. Je nach verarbeitetem Grundmaterial, der Größe der Staubpartikel, der Konzentration in der Luft und dem Zeitraum, über den Arbeiter dem Staub ausgesetzt sind, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen sowie einer Beeinträchtigung von Produktivität und Arbeitskomfort kommen. Außerdem bleibt Staub nicht bloß auf der eigenen Baustelle. Er kann sich sehr leicht in der Umgebung verteilen und dann auch andere Menschen schädigen.

Hilti Gesundheits- und Sicherheitstrainings zum Thema Staub

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Bevor wir uns mit den Folgen beschäftigen, zunächst einmal einige wichtige Hintergrundinformationen über Staub.

Was ist Staub?

Staub besteht aus winzigen festen Partikeln und verteilt sich leicht in der Luft. Staubpartikel können wirklich sehr klein sein. Bei einer Größe unter 10 Mikrometer spricht man von Feinstaub oder Partikeln. Staubpartikel über 10 Mikrometer werden als Grobstaub eingestuft. Dazu ein kleiner Vergleich zur Veranschaulichung: ein durchschnittliches menschliches Haar ist rund 60 Mikrometer dick.

Feinstaub ist für das menschliche Auge nur dann sichtbar, wenn sehr viel davon in der Luft liegt (Staubwolken). Aufgrund seiner geringen Partikelgröße kann er bis zu 12 Tage lang in der Luft bleiben. Manchmal können wir Staub zwar nicht sehen, aber riechen. Wenn es beispielsweise in einem Raum „nach Beton“ riecht, könnte Zementstaub in der Luft zirkulieren ohne dass wir ihn sehen.

Feinstaubpartikel sind am gefährlichsten, weil sie klein genug sind, um in die Atemwege einzudringen, und dort langfristigen Schaden anrichten können. Eine übermäßige Belastung mit alveolengängigem quarzhaltigem Staub kann zum Beispiel Krebs, Staublunge oder COPD (chronic obstructive pulmonary disease) verursachen.

Wie entsteht Staub?

Staub entsteht durch das Abtragen von Material, z. B. beim Bohren, Meißeln, Sägen oder Schleifen. Er kann aber auch durch Zirkulation entstehen, z. B. wenn er durch den Wind oder Bewegung beim Transport aufgewirbelt wird oder wenn pulverförmige Materialien vermischt werden, unter anderem beim Anmischen von Zement.

Je nach verarbeitetem Material entstehen verschiedene Arten von Staub. Hier zwei der gefährlicheren Arten von Staub, die für die Baubranche relevant sind:

  • Staub mit kristalliner Struktur: erzeugt durch das Abtragen von silikogenem Material, z. B. Sandstein, Beton, Mörtel oder Fliesen. Dieser Staub enthält alveolengängiges Siliziumdioxid auch Quarzfeinstaub genannt.
  • Staub mit pulverförmiger Struktur: erzeugt durch das Abschleifen von Holz und Holzprodukten wie mitteldichten Faserplatten (MDF-Platten).

Staub ist überall auf einer Baustelle

Es ist eine Tatsache, dass Staub auf einer Baustelle überall zu finden ist. Er entsteht an nahezu jedem Punkt des Konstruktionsprozesses durch Bohren, Sägen, Abbrucharbeiten, Schleifen oder auch Transport. Er ist so allgegenwärtig, dass er oft als ganz normal und unbedenklich angesehen wird. Das ist jedoch ein Trugschluss.

Staub entsteht in großen Mengen

Bei manchen Arbeiten fällt eine Menge Staub an – beim Schneiden von Mauersteinen und bei der Installation elektrischer Kabel können beispielsweise rund 17 kg Staub pro Stunde entstehen. Beim Abriss von Betondecken zur nachträglichen Installation sind es rund 6 kg Staub pro Stunde.

Wenn man alle Arbeiten zusammennimmt, die an einem normalen Tag auf einer Baustelle ausgeführt werden, kommt eine Menge Staub zusammen, dem Ihre Mitarbeiter ausgesetzt sind. Das ist der wichtigste Grund, warum Sie sich Gedanken über Staub machen sollten:

Dust is created at nearly every point in the construction process including cutting concrete

Staub kann schwerwiegende Folgen für Gesundheit und Sicherheit haben

Schockierend viele Menschen sterben jedes Jahr aufgrund einer übermäßigen Belastung durch alveolengängigen silikogenen Staub an Lungenkrebs. Andere leiden so sehr unter durch Staub verursachten Erkrankungen, dass sie nicht länger arbeiten können. Staub kann also schwerwiegende Folgen für Ihre Belegschaft haben, wenn Sie sich nicht rechtzeitig darum kümmern. Verschiedene nationale und internationale Organisationen haben die Dringlichkeit des Problems erkannt und Initiativen und Kampagnen gestartet, um Staub am Arbeitsplatz zu bekämpfen (siehe Artikelende).

Als Arbeitgeber sind Sie verantwortlich für die Gesundheit und Sicherheit Ihrer Arbeiter auf der Baustelle. Natürlich gibt es hier auch gesetzliche Regelungen, doch angesichts der drohenden Folgen für Ihre Mitarbeiter und deren Familien sollte es in Ihrem Interesse sein, Ihre Mitarbeiter so gut zu schützen, wie es geht.

Welche Folgen hat die Staubbelastung?

Wenn der Mensch Staub einatmet, setzt ein natürlicher Abwehrmechanismus ein. Man fängt an zu niesen und zu husten. Diese Abwehrmechanismen des menschlichen Körpers sind jedoch begrenzt und gegen einige Arten von Staub auch nicht effektiv. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn mit silikogenen Materialien gearbeitet wird.

Siliziumdioxid ist ein natürlicher Stoff. Rund 27 % der Erdkruste ist damit bedeckt. Es steckt in vielen Materialien, die auf Baustellen verarbeitet werden, z. B. Sandstein, Beton, Mörtel, Fliesen, Mauersteinen usw.

Anteil an kristallinem Siliziumdioxid in verschiedenen Materialien*:

Material
Anteil (%)
Sandstein 70 – 90 %
Beton, Zement
25 % - 70 %
Fliesen
30 – 45 %
Granit
20 – 45 %, in der Regel 30 %
Schiefer
20 – 40 %
Ziegel
Bis zu 30 %
Kalkstein
2 %
Marmor
2 %

*Alle Angaben ohne Gewähr von Hilti. Quelle: http://www.hse.gov.uk/pubns/indg463.pdf?_sm_au_=iSV1R1vkMPSNFnrj 

Wie das Einatmen von Staub die Lunge dauerhaft schädigen kann

Bei der Bearbeitung dieser Materialien entsteht Feinstaub, der alveolengängiges Siliziumdioxid (RCS) enthält. Eine übermäßige Belastung mit diesen RSC-Partikeln kann sehr gefährlich sein, weil sie tief in die Lunge eindringen und sich in den Lungenbläschen (Alveolen) absetzen. Mit der Zeit entsteht so Narbengewebe, das beim Einatmen die Aufnahme von Sauerstoff behindert. Diese unheilbare Krankheit nennt man Staublunge. Dieses Video von WorkSafeBC erklärt, wie es durch das Einatmen von silikogenem Staub zu dauerhaften Lungenschäden kommen kann.

Staub wirkt sich aber nicht nur auf die Lungen aus, sondern kann auch zu anderen Problemen wie Augen- und Hautreizungen oder allergischen Reaktionen führen. Die meisten dieser Krankheiten entwickeln sich über einen längeren Zeitraum, ist die Belastung mit dem gefährlichen Staub jedoch besonders hoch, können sie auch schon nach relativ kurzer Zeit auftreten und zu gravierenden Problemen führen, z. B.:

  • Eingeschränkte Arbeitsfähigkeit
  • Geringere Lebensqualität
  • Dauerhafte Gesundheitsschäden

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter vor Staub schützen, hat das erhebliche positive Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Lebensqualität.

Staub beeinträchtigt die Produktivität und erhöht die Wartungskosten

Die meisten Menschen arbeiten lieber in einer Umgebung, in der Körper, Kleidung und Umwelt sauber bleiben und keine persönliche Schutzausrüstung getragen werden muss.

Sehen Sie sich dieses Video an und fragen Sie sich selbst: Auf welcher Seite würden Sie lieber arbeiten? 

Die Arbeit in einer permanenten Staubwolke erhöht auch das Risiko von Verletzungen aufgrund schlechter Sicht und der Ablenkung der Mitarbeiter durch Augenreizungen, Niesen, Husten oder Schnupfen. Das ist aber nicht der einzige Grund, sich intensiv mit Staub zu beschäftigen. Mit den richtigen Maßnahmen gegen Staub können Sie auch Ihre Produktivität erheblich steigern und Wartungskosten senken:

  • Kürzere Vorbereitungszeit: kein oder nur minimaler Zeitaufwand für das Abdecken des Arbeitsbereichs vor Beginn der Arbeiten
  • Weniger Reinigungsaufwand: je nach Anwendung können Sie bis zu 99 % der Reinigungszeit sparen
  • Weniger Schäden an Einbauten und Zubehör: z. B. Teppichen und Möbeln
  • Längere Lebensdauer der Werkzeuge: bis zu 60 % und bis zu 20 % bei den Werkzeugeinsätzen
  • Höhere Arbeitsgeschwindigkeit: bis zu 20 % mit saubereren und schärferen Werkzeugen

Es steht also außer Frage, dass sich die Baubranche mit dem Thema Staub beschäftigen muss. Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, lesen Sie unseren Artikel „Staubentwicklung minimieren“ und erfahren Sie, wie Sie das Thema Staub mit Hilfe des STOP-Prinzips effektiv angehen können.

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