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Staubentwicklung minimieren mit dem STOP-Prinzip

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Mitarbeiter vor den Gefahren der Staubbelastung schützen können.

Dust is created at nearly every point in the construction process during drilling, sawing, breaking, grinding and transportation

Im Artikel „Warum sollten Sie sich über Staub Sorgen machen?“ haben wir mehr über die potenziellen Gefahren von Staub und seine negativen Auswirkungen auf Gesundheit, Sicherheit und Produktivität erfahren. Sehen wir uns jetzt einmal an, wie man die Staubbelastung reduzieren kann.

Für die verschiedenen Arten von Staub gibt es jeweils einen maximal zulässigen Belastungswert, der vom Gesetzgeber als sicher angesehen wird. Mit Hilfe einer Risikobewertung müssen Arbeitgeber feststellen, ob die Staubbelastung am Arbeitsplatz unterhalb dieser Grenzwerte liegt. Auf der Grundlage dieser Risikobewertung werden dann Präventivmaßnahmen formuliert. Das STOP-Prinzip kann Ihnen helfen, sich gegen die Risiken von Staub am Arbeitsplatz zu schützen.

Zur Staubbelastung gibt es zahlreiche Vorschriften

Occupational exposure limits for dust are as low as a pinch of salt or the weight of a 2 cent coin

Da bestimmte Staubpartikel potenziell gesundheitsschädlich sind, haben die zuständigen nationalen Behörden sogenannte maximale Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) festgelegt. Bei diesen Werten handelt es sich um Obergrenzen, die die maximal akzeptable Konzentration von gefährlichem Staub am Arbeitsplatz auf der Grundlage eines zeitgewichteten Durchschnitts für einen Arbeitstag von 8 Stunden definieren. Für die verschiedenen Arten von Staub gibt es, abhängig von dem jeweiligen Risiko, unterschiedliche MAK-Werte.

Wenn Sie beispielsweise mit silikogenen Materialien arbeiten, wird der Staub, der bei der Bearbeitung dieses Materials – z. B. beim Bohren, Meißeln, Sägen und Schleifen - freigesetzt wird, höchstwahrscheinlich alveolengängiges Siliziumdioxid (RCS) enthalten. Diese Partikel können besonders gefährlich sein, da sie tief in die Lunge ein- und bis zu den Lungenbläschen (Alveolen) vordringen, wo sie die Sauerstoffaufnahme behindern können, wenn der Körper einer längeren Staubbelastung ausgesetzt ist. Im schlimmsten Fall kann sich daraus eine sogenannte Staublunge entwickeln, eine nicht heilbare Erkrankung.

Weil die Auswirkungen von gefährlichem Feinstaub auf die Gesundheit so gravierend sind, wurden zum Schutz der Arbeiter MAK-Werte festgelegt. Diese variieren innerhalb der Europäischen Union. Einige Länder verfügen dabei über strengere Vorschriften als andere. Sie sollten sich immer an Ihre nationalen Behörden wenden, um die für Sie geltenden MAK-Werte zu erhalten.

Können Sie sich vorstellen, was diese Grenzwerte in der Praxis bedeuten? Fakt ist, wir reden hier von winzigen Mengen – zu vergleichen mit einer kleinen Prise Salz.

Wie kann ich herausfinden, ob ich unterhalb der Maximalgrenze liege?

Ein zuverlässiger Weg herauszufinden, wo an Ihrem Arbeitsplatz Gefahren durch Feinstaub lauern, sind systematische Messungen. Staubpartikel können mit Hilfe spezieller Probenahmegeräte gemessen werden. Die British Health and Safety Executive hat dazu eine Liste geeigneter Geräte veröffentlicht.

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Eine andere Möglichkeit besteht darin, sich auf frühere Messungen und Unter­suchungs­berichte zu stützen. Diese werden unter anderem von Werkzeug­herstellern, Rohstoff­lieferanten oder Forschungsorganisationen veröffentlicht. Die deutsche BG Bau stellt als Bewertungshilfe aufgabenbasierte Messdaten zur Verfügung.

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Die Occupational Safety and Health Administration (OSHA) in den USA wiederum hat die Tabelle 1 veröffentlicht, die 18 empfohlene Produktlösungen und Kontrollen für häufige Arbeiten in der Baubranche umfasst, bei denen silikogener Staub erzeugt wird. Die Wirksamkeit dieser Kontrollmethoden wurden von der OSHA nachgewiesen.

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Sobald Sie die Staubbelastung an Ihrem Arbeitsplatz kennen, können Sie anhand der Risikobewertung angemessene Präventivmaßnahmen festlegen.

Einige allgemeine Tipps zur Risikobewertung

Die Risikobewertung ist ein Prozess um die Risiken einzuschätzen, denen Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz im Hinblick auf Gesundheit und Sicherheit ausgesetzt sind. Die Risikobewertung legt fest, welche Präventiv- oder Schutzmaßnahmen vorhanden sein oder eingeführt werden sollten, um diese Risiken zu kontrollieren.

Die allgemeinen Schritte der Risikobewertung gemäß EU-OSHA sind:

  • Schritt 1: Informationen sammeln
  • Schritt 2: Gefahren erkennen
  • Schritt 3: Risiken durch diese Gefahren bewerten
  • Schritt 4: Maßnahmen zur Eliminierung der Risiken planen
  • Schritt 5: Risikobewertung dokumentieren Die EU-OSHA stellt verschiedene Ressourcen zur Verfügung, die Unternehmen bei der Durchführung von Risikobewertungen helfen sollen. Basierend auf Materialien der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt SUVA finden Sie im Folgenden einige Punkte, die Sie bei der Bewertung der Gesundheitsrisiken im Umgang mit Staub berücksichtigen sollten:

1. Haben Sie alle Arbeitsplätze in Ihrem Unternehmen erfasst, an denen gefährlicher Staub entsteht?

2. Sind Sie sich der gesundheitsgefährdenden Eigenschaften von Staub bewusst?

3. Kennen Sie die Staubkonzentrationen an den Arbeitsplätzen in unterschiedlichen Situationen?

4. Werden die maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) am Arbeitsplatz eingehalten? Wenn die Werte überschritten werden, sind entsprechende Schutzmaßnahmen nötig.

Zur Risikokontrolle bei Staubbelastung wenden wir das STOP-Prinzip an. Dieses Prinzip entspricht den Präventionsmethoden führender europäischer Institutionen und Behörden. Zudem ist es das Präventionsprinzip, das Hilti in den Kundenschulungen zum Thema Gesundheit und Sicherheit nutzt!

Das STOP-Prinzip als Orientierungshilfe zur Staubvermeidung

STOP Principle as a guide to control dust and other health and safety risks

Die Bezeichnung STOP steht für die Anfangsbuchstaben der einzelnen Schritte in der Risikokontrolle. Hier die entsprechenden Erläuterungen im Detail:

Substitution: Hier geht es darum Risiken durch die Nutzung sichererer Alternativen zu vermeiden. Auf diese Weise können die Ursachen von Gesundheitsgefahren eliminiert werden.

Technische Maßnahmen sind Maschinen, Werkzeuge oder Technologien, die die Staubkonzentration in der Luft reduzieren, um so die gefährlichen Auswirkungen des Staubes zu minimieren.

Organisatorische Maßnahmen umfassen alternative Arbeitsmethoden und eine verbesserte Arbeitsorganisation.

Persönliche Schutzmaßnahmen sind dann nötig, wenn trotz der oben genannten Maßnahmen ein Restrisiko bleibt. Ohne diese Schutzmaßnahmen kann die Gesundheit des Anwenders gefährdet sein! Somit ist die PSA– Persönliche Schutzausrüstung – erforderlich, um verbleibende Risiken abzudecken.

Nachdem wir nun das STOP-Prinzip verstanden haben, können wir es in der Praxis betrachten. Sehen wir doch mal, welche praktischen Tipps es gibt, um die Staubbelastung am Arbeitsplatz zu minimieren.

Praktische Tipps zur Staubminimierung – das STOP-Prinzip in Aktion

   

Substitution

Verwenden Sie Methoden mit geringer Staubentwicklung (z.B. Direktbefestigung, Nassdiamantbohren).

Entscheiden Sie sich nach Möglichkeit für eine Nass- oder Feuchtbearbeitung.

Verwenden Sie Materialien mit geringer Staubentwicklung! Verwenden Sie, statt Pulver zu mischen, lieber Granulate oder Fertigkomponenten.

Technik

Staubabsaugung - Staub sollte direkt dort abgesaugt werden, wo er entsteht! Verwenden Sie nur getestete Staubabsaugsysteme, die den geltenden Normen entsprechen.

Binden Sie Staub mit Wasser. Auf diese Weise kann bei Abrissarbeiten einer starken Staubentwicklung vorgebeugt werden.

Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung am Arbeitsplatz.

Organisation

Verhindern Sie, dass Staub aufgewirbelt wird und in die Umgebungsluft gelangt! Staub und Schutt sollten immer sofort entfernt werden.

Reinigen Sie regelmäßig Ihren Arbeitsplatz! Verwenden Sie Absaugsysteme oder Staubsauger.

Kontrollieren und warten Sie Geräte und Vorrichtungen zur Staubabsaugung regelmäßig!

Schulen Sie Ihre Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen und informieren Sie sie über die Gefahren der Staubbelastung und wie man sich richtig davor schützt.

Für Sie einen Rotationsplan ein, um die Belastung der einzelnen Mitarbeiter zu verkürzen.

Sperren Sie Bereiche, in denen viel Staub anfällt, ab, damit sich nur die Personen in diesem Bereich aufhalten, die für die Arbeiten nötig sind.

Persönliche Schutzmaßnahmen

Verwenden Sie eine persönliche Schutzausrüstung (Brille, Handschuhe, Schutzkleidung, Maske).

Tragen Sie bei sehr staubintensiven Arbeiten eine entsprechende Schutzkleidung, die Sie getrennt von der sonstigen Kleidung aufbewahren.

Verwenden Sie einen Atemschutz, wenn die Staubbelastung die MAK-Werte übersteigt.

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