STAUB UNTERLIEGT RICHTLINIEN

Und sie werden noch strenger:

Mit Januar 2020 traten neue Grenzwerte für Karzinogene und Mutagene in Kraft, wie sie zum Beispiel in Baustäuben häufig auftreten. Das betrifft Sie im Baugewerbe natürlich besonders.

Kristalliner Siliziumdioxidstaub (Quarzstaub) wird von der EU als krebserregend eingestuft. Der erlaubte Expositionsgrenzwert liegt bei 0,05 mg/m3. Das entspricht auf einem Kubikmeter Luft der Menge eines 3 cm langen menschlichen Haares. 

 

Wie viel Staub ist 0,05 mg /m3 eigentlich im echten Leben?

Die rein technische Angabe ist natürlich wenig hilfreich um sich vorstellen zu können, wie niedrig dieser Grenzwert ist. Daher ein Beispiel: Um die Höchstgrenzwerte zu erreichen, reicht die Menge Quarzstaub in einem Wasserglas – ausgeschüttet und gleichmässig verteilt in einem Fußballstadium.

Das ist ja praktisch unsichtbar?

Ja, denn: Kann man den Feinstaub erst sehen, dann liegt die Staubbelastung auf alle Fälle weit über der Höchstgrenze.

Wenn Sie sich jetzt denken, Ihre Baustelle sieht ja aber sauber aus  – Vorsicht! Der meiste sichtbare Staub auf der Baustelle ist gar kein Feinstaub. Der gefährliche Staub ist ja genau der, den Sie eben nicht sehen können.

Mehr zur Unterscheidung von Stäuben erfahren Sie hier

 

Auf dieser Seite erfahren Sie mehr über:

Die Richtlinien

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Staubpräventionssysteme

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Weiterführende Informationen

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Alles Wichtige zu den Richtlinien

Was muss mit deren Inkrafttreten im Januar 2020 beachtet werden?

Die jeweiligen Staaten müssen sicherstellen, dass durch Substitution (Anwendungsaustausch) oder, wenn das nicht möglich ist, geschlossene Systeme oder andere Maßnahmen die Staubexposition so gering wie möglich gehalten wird.

Arbeitsbereiche, die als Risikobereiche eingestuft werden, dürfen nur eingeschränkt zugänglich sein.

Es gibt strengere Anforderungen an die Information und Schulung der Mitarbeiter. Außerdem wird die Hygiene- und Gesundheitskontrolle verschärft.

Krankenakten müssen 40 Jahre aufbewahrt werden.

Die Richtlinie ist ein Gesetzgebungsakt, der ein Ziel festlegt, das alle EU-Länder erreichen müssen. 
 
Es liegt jedoch an den einzelnen Ländern, eigene Gesetze zu entwickeln, die diese Ziele erfüllen.

Gleichzeitig dürfen die nationalen Gesetze in XXXX nicht vernachlässigt werden. 

Die 3 wichtigsten Nationalen Gesetze im Arbeitsschutz

Abgesehen von den Regularien der EU, die mit dem 17.01.2020  in Kraft getreten und jetzt von den Mitgliedsstaaten durchgesetzt werden müssen, gibt es in den einzelnen EU-Staaten jeweils auch nationale Gesetze, die den Schutz der Arbeitnehmer vor Stäuben regeln.  So liegt der Grenzwert für Quarzstaub in Deutschland nicht bei den von der EU vorgeschriebenen 0,1mg/m3, sondern bereits seit 2015 mit nur 0,05 mg/m3 sogar noch darunter. Diese Entscheidung wurde vom Ausschuss für Gefahrstoffe  festgelegt.

Die relevanten Gesetzestexte finden Sie hier.

Auch die BG Bau hilft bei Fragen rund um das Thema Staub, schult und unterweist. Sie finden das Angebot der BG Bau hier

Allgemeine Grundsätze

(1) Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Er hat die Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und erforderlichenfalls sich ändernden Gegebenheiten anzupassen. Dabei hat er eine Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten anzustreben.

(2) Zur Planung und Durchführung der Maßnahmen nach Absatz 1 hat der Arbeitgeber unter Berücksichtigung der Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten

1.für eine geeignete Organisation zu sorgen und die erforderlichen Mittel bereitzustellen sowie

2.Vorkehrungen zu treffen, dass die Maßnahmen erforderlichenfalls bei allen Tätigkeiten und eingebunden in die betrieblichen Führungsstrukturen beachtet werden und die Beschäftigten ihren Mitwirkungspflichten nachkommen können.

(3) Kosten für Maßnahmen nach diesem Gesetz darf der Arbeitgeber nicht den Beschäftigten auferlegen.

Besondere Gefahren

(1) Der Arbeitgeber hat Maßnahmen zu treffen, damit nur Beschäftigte Zugang zu besonders gefährlichen Arbeitsbereichen haben, die zuvor geeignete Anweisungen erhalten haben.

(2) Der Arbeitgeber hat Vorkehrungen zu treffen, das alle Beschäftigten, die einer unmittelbaren erheblichen Gefahr ausgesetzt sind oder sein können, möglichst frühzeitig über diese Gefahr und die getroffenen oder zu treffenden Schutzmaßnahmen unterrichtet sind. Bei unmittelbarer erheblicher Gefahr für die eigene Sicherheit oder die Sicherheit anderer Personen müssen die Beschäftigten die geeigneten Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Schadensbegrenzung selbst treffen können, wenn der zuständige Vorgesetzte nicht erreichbar ist; dabei sind die Kenntnisse der Beschäftigten und die vorhandenen technischen Mittel zu berücksichtigen. Den Beschäftigten dürfen aus ihrem Handeln keine Nachteile entstehen, es sei denn, sie haben vorsätzlich oder grob fahrlässig ungeeignete Maßnahmen getroffen.

(3) Der Arbeitgeber hat Maßnahmen zu treffen, die es den Beschäftigten bei unmittelbarer erheblicher Gefahr ermöglichen, sich durch sofortiges Verlassen der Arbeitsplätze in Sicherheit zu bringen. Den Beschäftigten dürfen hierdurch keine Nachteile entstehen. Hält die unmittelbare erhebliche Gefahr an, darf der Arbeitgeber die Beschäftigten nur in besonders begründeten Ausnahmefällen auffordern, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen. Gesetzliche Pflichten der Beschäftigten zur Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit sowie die §§ 7 und 11 des Soldatengesetzes bleiben unberührt.

Unterweisung

(1) Der Arbeitgeber hat die Beschäftigten über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit während ihrer Arbeitszeit ausreichend und angemessen zu unterweisen. Die Unterweisung umfaßt Anweisungen und Erläuterungen, die eigens auf den Arbeitsplatz oder den Aufgabenbereich der Beschäftigten ausgerichtet sind. Die Unterweisung muß bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich, der Einführung neuer Arbeitsmittel oder einer neuen Technologie vor Aufnahme der Tätigkeit der Beschäftigten erfolgen. Die Unterweisung muß an die Gefährdungsentwicklung angepaßt sein und erforderlichenfalls regelmäßig wiederholt werden.

(2) Bei einer Arbeitnehmerüberlassung trifft die Pflicht zur Unterweisung nach Absatz 1 den Entleiher. Er hat die Unterweisung unter Berücksichtigung der Qualifikation und der Erfahrung der Personen, die ihm zur Arbeitsleistung überlassen werden, vorzunehmen. Die sonstigen Arbeitsschutzpflichten des Verleihers bleiben unberührt.

Was passiert bei nichteinhaltung

Durchgesetzt wird diese Vorgabe durch Kontrollen der BG Bau. Bei Nichteinhaltung und einer Gefährdung der Mitarbeiter auf der Baustelle durch Stab droht ein Baustellenstopp oder empfindliche Geldstrafen.

Übrigens: Staub wird in Deutschland als Gefahrenstoff klassifiziert und muss dementsprechend auch in Ihrer Gefährdungsbeurteilung für jede Baustelle behandelt werden.

Denn in jedem Fall gilt: 
Der Unternehmer ist schlussendlich verantwortlich für die Sicherheit seiner Mitarbeiter. Das gilt auch für die Staubbelastung, denn diese kann gefährliche Langzeitschäden hervorrufen. 

Vorsicht Staublunge:
Hier erfahren Sie mehr zu den Gesundheitsrisiken durch Staub 

DAS RICHTIGE STAUBPRÄVENTIONSSYSTEM FÜR JEDE ANWENDUNG

Das können Sie tun, um alle Regularien sicher einzuhalten

Sich im Dschungel der Regularien zurechtzufinden, ist komplex genug. Außerdem noch zu wissen, welche Geräte mit welchen Staubabsaugsystemen zusammenpassen und dann noch die effektivste Entstaubungsleistung liefern, ist zeitaufwändig und lästig. 

Wussten Sie aber, dass zusammengehörige Systeme in so gut wie jedem Fall die beste Absaugleistung aufweisen?

Die staubärmste Lösung für jede Ihrer Anwendungen im Ampelsystem

Hier finden Sie vom Bohren über das Fliesen schlagen bis zum Schleifen alle Ihre wichtigsten Anwendungen und wie Sie diese möglichst staubarm abwickeln können.

Wo informiere ich mich umfassender?