5 wichtige Bautrends

Diese Technologien sind jetzt interessant

Mai 2020  I  4 Minuten  I  Bautechnik

 

In den letzten Jahrzehnten haben technologische Fortschritte in beinahe jedem Industriezweig den Weg für große Veränderungen geebnet.

Das gilt besonders im Bereich Vernetzung und Software: Uber verdrängt Taxis, Netflix und Co übernehmen zunehmend große Marktanteile im regulären Fernsehen und im Kino. Selbstfahrende Autos sind keine Science Fiction mehr, sondern begegnen uns vielerorts bereits. Eine Verlangsamung dieses rasanten Fortschritts hin zu einer vernetzteren Welt ist nicht in Sicht.

Eine Ausnahme gibt es allerdings: Ausgerechnet das Baugewerbe ist der am wenigsten digitalisierte Wirtschaftssektor in Europa, Produktivität und Automatisierung stecken hier noch in den Kinderschuhen. Doch auch unsere Industrie entwickelt sich ständig weiter. Und das wird spannend: Diese Technologie-Trends zeichnen sich für die nächsten Jahre in der Baubranche ab.

1. Kann die Drohnentechnologie die Baustellenplanung revolutionieren?

 

Drohnen werden bereits seit einiger Zeit als heißer Trend gehandelt, und tatsächlich es sieht so aus, als ob sie endlich ihren Platz im Bauwesen gefunden haben. Das liegt nicht zuletzt am weiterhin bestehenden Fachkräftemangel. Drohnen könnten zum Beispiel dann zum Einsatz kommen, wenn es an ausgebildetem Personal fehlt. Aber auch ganz neue, bisher unmögliche Einblicke in ein Bauprojekt lassen sich mit ihrer Hilfe erlangen.

Das funktioniert so:

Die mit Foto- und Videokameras ausgestatteten, unbemannten Flugzeuge fliegen über 100 Meter hoch und können den Fortschritt eines Projekts aus der Vogelperspektive erfassen. So lassen sich neue, relevante Daten sammeln: Sie können problemlos abgelegene, schwer zugängliche Stellen vermessen und dokumentieren, zum Beispiel für Sicherheitsinspektionen. Diese schnelle und zuverlässige Art der Datenerfassung kann die Prozesse vor Ort beschleunigen. In einer Branche, in der Projektverzögerungen praktisch zum Alltag gehören, kann das für den termingerechten Projektabschluss entscheidend sein.

Und: Drohnentechnologie ist die bereits massentauglich. Die Anschaffungskosten für Drohnen sinken daher kontinuierlich. Das macht ihren Einsatz in den nächsten Jahren vermutlich noch attraktiver.

 

2. Teamarbeit spart Zeit und Geld

 

Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Bauunternehmen arbeiten. Die Bauindustrie springt hier sozusagen auf einen fahrenden Zug auf: Technologien, die in anderen Sparten bereits zum Alltag gehören, werden in bestehende Produkte und Services integriert um die Arbeitssicherheit auf der Baustelle zu erhöhen und Betriebskosten zu senken. Aber sie ermöglicht auch ganz neue, innovative Lösungen, die den Bauunternehmen Wettbewerbsvorteile verschaffen: Zum Beispiel mit Echtzeit-Datenanalyse, mit deren Hilfe Bauprojekte effizienter und einfacher zu planen und durchzuführen sind.  

Ganz vorne mit dabei ist die Zusammenarbeit in der Cloud – also die Möglichkeit, Computerdateien durch den Einsatz von Cloud Computing gemeinsam zu nutzen. Cloud-Collaboration-Tools helfen, Projektteams und -phasen zu verbinden.

Cloud-Collaboration-Tools – So funktioniert das:

Cloud Collaboration ermöglicht eine harmonischere  Zusammenarbeit, weil alle Projektbeteiligten die gleichen, zuverlässigen Daten nutzen – das Stichwort ist hier „A single source of truth“, also eine einzige Datenquelle, die für alle Beteiligten gilt. Das verbessert die Kommunikation und verringert die Fehlerquellen.

 

3. Augmented-Reality – Das ist Realität Plus

 

Genau wie die zuvor genannten Drohnen ist Augmented Reality (AR) an sich nichts Neues. Neu ist aber, was sie inzwischen leisten kann. Immer mehr Unternehmen setzen zum Beispiel Business Information Modeling (BIM) in Verbindung mit einer AR-Lösung ein, um 3D-Blueprints zum Leben zu erwecken. Das Hochladen eines BIM-Modells in eine AR-Software und die Verwendung einer AR-Brille ermöglicht es Ihnen, den Bauplan zu „erleben“ und durch das noch gar nicht existierende Gebäude zu laufen – und das in verschiedenen Phasen des Bauprojekts. Hier liegt laut manchen Experten der Schlüssel zu wirklich akkurater Planung und Ergebnisprojektionen.

Und so funktioniert das:

AR projiziert eine digitale Informationsschicht auf das tatsächliche Sichtfeld des Benutzers: Das digitale Modell wird beispielsweise per AR-Brille halbtransparent auf eine real existierende Baustelle gelegt. So können die Monteure alle Installationen, Befestigungsmittel und so weiter genau dort sehen, wo sie installiert werden sollen. Sie können den Gesamtentwurf beurteilen und entscheiden, ob Änderungen erforderlich sind.

 

4. Das Internet der Dinge verändert das Bauwesen

 

Einer der wichtigsten Trends in der Bauindustrie ist das Internet of Things (IoT). Diese Technologie trägt entscheidend zur Arbeitssicherheit, der rechtzeitigen Gerätewartung und der Standortsbestimmung von Arbeitsmitteln bei.

Wie funktioniert das?

IoT bedeutet eigentlich ein Netzwerk aus Geräten, die eine Verbindung zum Internet herstellen und Daten miteinander austauschen. Dabei kann „Geräte“ alles mögliche bedeuten – wir sprechen also nicht nur von Computern, Laptops und Smartphones, sondern von jedem Objekt, das Daten über das Internet sammeln und übertragen kann. Das beinhaltet Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen oder Haartrocknern ebenso wie Autos oder Bau- und Messgeräte.

Die über Sensoren gesammelten Informationen verbessern nicht nur Effizienz und Sicherheit in verschiedenen Lebenslagen, sondern schaffen auch die Voraussetzungen für die Nutzung wahrhaft gewaltiger Datenmengen – maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Dies unterstützt dann die Planung zukünftiger Projekte und ermöglicht es Projektleitern, genauere Vorhersagen über ein Bauprojekt zu machen, von der Finanzplanung bis hin zu den benötigten Ressourcen.

 

5. Selbstheilender Beton – wie funktioniert das?

 

Beton ist allgegenwärtig. Es ist einfach ein fantastisches Material mit vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten. Allerdings verwittert Beton mit der Zeit; er trocknet aus, wird rissig und wird so im Laufe der Jahre schwächer. Die Idee eines „fortschrittlicheren Betons“ wäre also ein Riesenschritt, der viel Zeit und Geld sparen könnte.

So funktioniert die Idee:

Selbstheilender Beton kann sich, wie der Name schon sagt, selbst heilen. Dazu wird momentan mit verschiedenen Elementen experimentiert, die dem Beton beigemischt werden: Vielversprechend sind dabei vor allem die Beimischung von Bakterien, die eine Schutzschicht auf dem Beton erzeugen, wenn durch einen Riss Luft und Wasser zu ihnen vordringen. Andere Konzepte sind die Beimischung von Sodium-Silikat oder bestimmten Pilzarten.

Man geht davon aus, dass wir bis 2030 in der gesamten Industrie 5 Milliarden Tonnen dieses fortschrittlichen Materials verwenden werden. Vielleicht wird also schon bald selbstheilender Beton auf Straßen, Gebäuden und Wohnungen in Ihrer Nähe auftauchen.

 

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