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Leistungsstarke Verankerung & Verstärkung im Holzbau

Hilti Ingenieurberatung
Lesedauer: < 15 Minuten
Fachartikel

Bestehende und neue Holztragwerke stellen hohe Anforderungen an Tragfähigkeit, Steifigkeit und Ausführungsqualität. Dieser Artikel zeigt, wie eingeklebte Gewindestangen mit Hilti HIT-RE 500 V4 leistungsstarke Verbindungen und Verstärkungen im Holzbau ermöglichen. Behandelt werden typische Anwendungen, Vorteile gegenüber Vollgewindeschrauben sowie die Planung und Bemessung mit der Hilti Systemlösung aus Software, Zulassungen, Zubehör und Engineering Support.

Befestigungs- und Verbindungstechnik
Konstruktiver Holzbau

Eingeklebte Gewindestangen mit Hilti HIT-RE 500 V4

Die eingeklebte Gewindestange ist eine bewährte Lösung für hochbelastbare Verbindungen im modernen Holzbau und Ingenieurholzbau. In Kombination mit dem Hilti HIT-RE 500 V4 Epoxidharz-Injektionsmörtel entstehen kraftschlüssige und dauerhaft zuverlässige Anschlüsse in Brettschichtholz, Brettsperrholz, Furnierschichtholz und Vollholz – ideal für hochbelastete Anschlussdetails und Verstärkungen. Das System überzeugt durch hohe Tragfähigkeit, flexible Anwendungsmöglichkeiten, eine saubere Verarbeitung sowie Transport- und Montagevorteile. Unsere ganzheitliche Systemkette aus eingeklebten Gewindestangen, Zubehör, Werkzeug und Software hilft Ihnen schneller, einfacher und sicherer zu planen und bauen.

Warum Einkleben?

An Holztragwerke werden zunehmend höhere Anforderungen gestellt was bspw. Tragfähigkeit und Sichtqualität angeht. Besonders bei großen Spannweiten und hohen Lasten bieten eingeklebte Gewindestangen entscheidende Vorteile:

Hohe Lastübertragung auf kleiner Fläche

Ideal bei konzentrierten Lasten in Knotenpunkten oder bei schlanken Querschnitten.

Lokale Übertragung sehr hoher Kräfte, besonders faserparallel

Bei Anschlüssen ans Hirnholz erzielen eingeklebte Gewindestangen erhebliche Tragfähigkeitssteigerungen gegenüber Holzbauschrauben (siehe Vergleich weiter unten).

Hohe Steifigkeit der Verbindung

Mit eingeklebten Gewindestangen lassen sich aufgrund deren hoher Steifigkeit ausgezeichnet biegesteife Verbindungen entwerfen – wie beispielsweise Rahmenecken oder Stützenfüße.

Architektonisch ansprechende Details

Bei Holz-zu-Holz-Anschlüssen sind die eingeklebten Gewindestangen mit Ausnahme der wenigen Holzdübel nicht zu sehen. Auch bei Stahl-zu-Holz-Anschlüssen mit angeschweißten Gewindestangen können äußerst ansprechende Details realisiert werden.

Einfache Montage & Rückbaubarkeit

Wenn Sie Stahl-zu-Holz-Verbindungen entwerfen, können diese nicht nur ideal vorgefertigt, transportiert und montiert werden, sondern bei Bedarf auch einfach rückgebaut werden.

Geringe Querschnittsschwächung

Im Vergleich zu anderen mechanischen Verbindungsmitteln bleibt mehr tragender Holzquerschnitt erhalten.

Formschlüssige, dauerhafte Verbindung

Die Verbindung ist resistent gegen Kriechen, Setzen oder Lockerung – auch bei wechselnden Lasten und klimatischen Bedingungen.

Ein Holzbauteil mit integrierten Gewindestangen wird über einer verzinkten Stahlkonsole auf einem Betonfundament positioniert und zeigt die Montage einer tragenden Holz-Stahl-Beton-Verbindung.

Abbildung 1: Montage einer tragenden Holz-Stahl-Verbindung mit eingeklebten Gewindestangen auf einem Betonfundament

Typische Anwendungen

Hier sind praxisnahe, typische Anwendungsfälle mit jeweils konkreten Vorteilen:

Stahl-Holz-Anschlüsse (z. B. biegesteife Rahmenecken, Stützenfüße)

Vorteile: saubere Vorfertigung; einfacher Transport und Montage auf der Baustelle; gute Demontage und Rückbaumöglichkeiten bei zukünftigen Änderungen.

Holz-Holz-Fachwerkknoten

Vorteile: hoher architektonischer Anspruch erfüllbar; nahezu unsichtbare Verbindungen im Vergleich zu Schlitzblechen mit vielen Dübeln; schlanke, ästhetische Knotenpunkte bei hoher Tragfähigkeit.

Verstärkungen von BSH Trägern

Querzugverstärkung bei Ausklinkungen, Durchbrüchen, gebogenen Hallenbindern; Querdruckverstärkungen am Auflager

Vorteile: höhere Tragfähigkeit als mit Schrauben; einfachere Montage ab gewissen Einbindetiefen

Beton Holz Verbindungen (z. B. Stützenfüße oder Brückenbau)

Anwendung: Einbetonierte Bewehrungseisen oder nachträglich eingeklebte Gewindestangen zur Verbindung von Holz und Betonbauteilen.

Hinweis: Die ETA Zulassung deckt keine Ermüdungslasten ab. Bei Fußgänger und Radbrücken sind Ermüdungsbeanspruchungen jedoch meist nicht relevant.

Sanierung von Bestandskonstruktionen

Vorteile: hochbelastbare, lokal begrenzte Lösungen; kurze Bauzeiten bei Vorfertigung; geringere Beeinträchtigung der Bewohner.

Hybridverbindungen und Sonderdetails

Beispiele: Kombinationen Holz–Stahl–Beton, verdeckte Anschlussdetails, schräg eingebrachte Verankerungen.

Vorteile: hohe Gestaltungsfreiheit; kurze Bauzeiten bei Vorfertigung

Vier technische Beispiele zeigen den Einsatz eingeklebter Gewindestangen im Holzbau – von Stützenfüßen über biegesteife Knoten bis hin zu Trägeranschlüssen und gekrümmten Holzbauteilen.

Abbildung 2: 1. Biegesteifer Stützenfuß; 2. Stahl-Holz-Fachwerkknoten; 3. Holz-Holz-Fachwerkknoten; 4. Querzugverstärkung gebogener Träger

Eingeklebte Gewindestangen vs. Vollgewindeschrauben

Beide Verbindungsmittel haben ihre Berechtigung – aber sie unterscheiden sich grundlegend:

Wirkprinzip

  • Eingeklebte Gewindestange: Kraftübertragung über Klebefläche im Bohrloch (Verbundspannungen)

  • Vollgewindeschraube: Kraftübertragung überwiegend über mechanische Verzahnung des Gewindes mit dem Holz (Formschluss)

Lastaufnahme

  • Eingeklebte Gewindestange: Sehr hohe Zug- und Querkräfte möglich: bei faserparalleler Klebung ist eine bis zu 3x höhere Zugtragfähigkeit im Vergleich zu Schrauben möglich

  • Vollgewindeschraube: höhere Scherfestigkeit bei faserparalleler Anwendung

Praxistipp: eingeklebte Stangen lassen sich sauber positionieren, erfordern nur ein korrekt gereinigtes Bohrloch und sind in deutlich größeren Durchmessern verfügbar, was höhere Tragfähigkeiten ermöglicht — dadurch können oft weniger, dafür größere Gewindestangen verwendet werden, was die Anzahl der Arbeitsschritte auf der Baustelle reduziert.

Einbau

  • Eingeklebte Gewindestange: Bohren + Reinigen + Injizieren + Einsetzen

  • Vollgewindeschraube: direktes Einschrauben (häufig vorgebohrt)

Praxistipp: ab etwa 50 cm Einbindetiefe sind eingeklebte Gewindestangen oft die praktikablere Lösung. Lange Vollgewindeschrauben erfordern meist Vorbohren, sind mühsam einzubringen und bergen ein Risiko des Überdrehens der Schrauben.

Verformungsverhalten

  • Eingeklebte Gewindestange: sehr steif; geringe Setzungen

  • Vollgewindeschraube: elastischer; größere Verformungen

Verfügbare Durchmesser

  • Eingeklebte Gewindestange: bis M30 verfügbar – geeignet für sehr hohe Beanspruchungen

  • Vollgewindeschraube: typisch bis ca. 14 mm; größere Durchmesser selten praktikabel

Typische Anwendung

  • Eingeklebte Gewindestange: hochbelastete Anschlüsse, Verstärkungen großer Holzquerschnitte, Hybridverbindungen (z. B. Holz Stahl oder Holz-Beton)

  • Vollgewindeschraube: Verstärkung kleinerer Holzquerschnitte, Anschlüsse mit geringeren Lasten, Anschlüsse mit viel Platz

Zulassung

  • Eingeklebte Gewindestange: System ETA für Holzverbindungen mit RE 500 V4 (ETA 20 0834); allgemeine Bauartgenehmigung Z 9.1 902

  • Vollgewindeschraube: ETA 22 0772 (Hilti Holzbauschrauben)

Mehr zum Hilti Holzschraubenportfolio und Bemessung

Verarbeitungsschritte

Unser System lässt sich über zwei Vorgehensweisen installieren – die „Direktbefüllung“ sowie die „Bypass-Methode“. Die ideale Installationsweise wird meist durch die Anwendung bestimmt. So gibt es bspw. bei einer Holz-Holz-Verbindung vorne keinen Zugang zum Bohrloch, weshalb über die Bypass-Methode verfüllt werden muss. Nachfolgend sind die Verarbeitungsschritte kurz erklärt:

Direktbefüllung mit Stauzapfen

  • Bohren – nur eine Bohrung für das System aus Gewindestange und Kleber mit definiertem Durchmesser und Tiefe

  • Reinigen – mit Druckluftpistole und Verlängerungsschlauch für optimale Haftung

  • Injizieren – HIT RE500 V4 gleichmäßig in die Bohrung einbringen mit dem Stauzapfen Stauzapfen HIT-SZ und Verlängerungsschlauch HIT-VL

  • Einsetzen – Gewindestange drehend einführen

  • Aushärten lassen – je nach Umgebungstemperatur und Anwendung

Bypass-Methode (= Befüllung über Zugangs- und Entlüftungsbohrung)

  1. Bohren – neben der Hauptbohrung für die Gewindestange und den Kleber gibt es zwei dazu orthogonale kleine Bohrungen zur Befüllung und Entlüftung der Hauptbohrung

  2. Reinigen – mit Druckluftpistole und Verlängerungsschlauch für optimale Haftung

  3. Einsetzen – Gewindestange in das Bohrloch einbringen und Bauteile zusammenfügen

  4. Injizieren – HIT RE500 V4 in die seitliche Befüll-Bohrung einbringen, bis er aus der Entlüftungsbohrung austritt

  5. Aushärten lassen – je nach Umgebungstemperatur und Anwendung

Dreistufige Montageabfolge zur Herstellung eingeklebter Gewindestangen im Holzbau: Bohrlochreinigung, Injektionskleber einbringen und Einsetzen der Stangen in Holzbauteile.

Abbildung 3: 1. Bohrlochreinigung mit Druckluftpistole; 2. Injizieren des Epoxidharzklebstoffes; 3. Einbringen der Gewindestangen

Vorteile des Hilti-Systems

Produktiver & schneller

  • Optimierter Entwurf dank der geringeren Rand- und Achsabstände

  • Fortschrittlichste Software zur Bemessung

  • Schnellere Aushärtezeiten (3,5h bei 20°C)

  • Höhere Verbundspannungen bei gewissen Einbindetiefen ermöglichen kürzere Einbindelängen

Sicherer & einfacher

  • Exakte Installation dank maßgeschneidertem Zubehör (Zentrierringe, Verbundlose-Hülse) verhindert Spalten und sprödes Versagen

  • Volles Installationssystem mit Auspressgerät und Zubehör

  • Ideale Viskosität (Arbeiten über Kopf möglich, sichere Verarbeitung, weniger Sauerei)

  • Trainings und Beratung durch unsere Feldingenieure

Nachhaltiger

  • Niedrigere CO2-Emissionen durch verringerten Materialverbrauch dank Rand-, Achsabständen und kürzerer Einbindelänge

Bemessung und Planung

Die Bemessung eingeklebter Gewindestangen im Holzbau erfolgt einfach und zuverlässig über die Ingtools Bemessungssoftware.

Intuitive Eingabe und Bemessung

Ingtools bietet eine benutzerfreundliche Oberfläche zur Eingabe von Geometrie, Lasten und Randbedingungen.

Automatische Dokumentation

Nach der Bemessung wird ein vollständiger Nachweisbericht erstellt – ideal für eine schnelle und einfache Dokumentation, Prüfung, Ausschreibung und Ausführung.

Direktzugriff oder über PROFIS Engineering

Ingtools kann direkt über www.ingtools.de oder über die Schnittstelle in PROFIS Engineering aufgerufen werden.

Technische Dokumente

Neben der Software dient Ihnen unser Technisches Handbuch mit Bemessungsbeispielen zum tieferen Verständnis.

Ausschreibungstexte

Ausschreibungstexte für die D-A-CH-Region finden Sie hier.

Hilti Engineering Services

Für komplexe Projekte oder individuelle Fragestellungen stehen Ihnen unsere erfahrenen Ingenieur:innen zur Seite – von der Vorbemessung bis zur Detailausarbeitung.

Mehr zu unseren Engineering Services

Zwei Fachkräfte prüfen in einer Holzbauwerkstatt eine Stahlstange für eingeklebte Gewindestangen-Verbindungen vor der Montage an vorbereiteten Holzbauteilen.

Abbildung 4: Technischer Austausch zu eingeklebten Gewindestangen

Nutzen Sie unsere technische Expertise: unsere Ingenieur:innen prüfen Ihr Projekt, empfehlen passende Befestigungs- und Nachweislösungen mit Hilti RE 500 V4 und erstellen bei Bedarf eine erste Kostenschätzung. Die Beratung ist unverbindlich und praxisorientiert — ideal für Planer und Ausführende bei anspruchsvollen Holzbauprojekten.

Kostenlose Projektberatung buchen

Zubehör und Systemkomponenten

Für Ihre fachgerechte und produktive Ausführung eingeklebter Gewindestangen im Holzbau bietet Hilti ein abgestimmtes Gesamtpaket aus Verbrauchsmaterial, Werkzeugen und Systemzubehör:

Verbundlose Hülse HIT-DS (für Gewindestangen M16–M24)

Optional einsetzbar zur Erzeugung einer verbundlosen Länge im Anfangsbereich des Bohrlochs (5x Durchmesser). Die Hülse verhindert dort den Verbund zwischen Gewindestange und Holz – mit folgenden Vorteilen:

  • Kleinere Randabstände und Achsabstände möglich – ideal bei beengten Anschlussdetails

  • Duktiles Verformungsverhalten (Nachweisführung einfach über Ingtools).

  • Geringere Spaltgefahr, da die Last tiefer in den Querschnitt gehangen wird.

Stauzapfen HIT-SZ und Verlängerungsschlauch HIT-VL

Für die Injektion des Mörtels bei verschiedensten Bedingungen wie tiefen Bohrlöcher oder Überkopfanwendungen. Stauzapfen und flexible Verlängerungsschläuche gewährleisten eine gleichmäßige und luftblasenfreie Bohrlochverfüllung.

HDE 500-22 Akku-Auspressgerät für RE 500 V4

Akku betriebenes Dosiergerät für präzise und kontrollierte Injektion des Epoxidharzes – kompatibel mit Hilti Kartuschen (300 & 500ml) und Statikmischern.

Sie mögen es lieber manuell? Dann haben wir auch das manuelle Auspressgerät HDM.

Statikmischer HIT-RE-M

Für gleichmäßige Mörtelverteilung im Bohrloch – passend für RE 500 V4 Kartuschen.

Zentrierringe HIT-CR-M (M12–M24)

Gewährleisten das zentrische Einbringen der Gewindestange im Bohrloch. Erhältlich mit Ringspaltgrößen von 1 mm und 2 mm.

Endkappen HIT-CR-E (M12-M24)

Analog zum Zentrierring dient die Endkappe ebenfalls zum zentrischen Einbringen der Gewindestange im Bohrloch. M12-M20 sind erhältlich für 1mm Ringspalt, M24 für 2mm Ringspalt.

Reinigungsset HIT-DL

Druckluftzubehör zur gründlichen Bohrlochreinigung gemäß Zulassungsvorgaben.

Gewindestangen HAS + HAS-U (M6–M30)

In verschiedenen Längen und Werkstoffqualitäten – abgestimmt auf die ETA Zulassung.

Und vieles mehr…

…wie Holzkeile (HIT-OHW) und Tropfscheiben (HIT-OHC1 & OHC2) für die Überkopfmontage, eine Tabelle zur Volumenermittlung der Mörtelmenge.

Ein Verarbeiter injiziert Klebstoff in vorbereitete Bohrlöcher eines Holzbauteils und bereitet damit die Montage eingeklebter Gewindestangen im Ingenieurholzbau vor.

Abbildung 5: Mörtelinjektion zur Vorbereitung eingeklebter Gewindestangen im Ingenieurholzbau

Die „Leimgenehmigung“ – Eignungsnachweis zum Kleben tragender Holzbauteile

Der in der D-A-CH-Region umgangssprachlich als „Leimgenehmigung“ bezeichnete Eignungsnachweis ist in Deutschland verpflichtend für das Kleben tragender Holzbauteile und -verbindungen. Er dient als Qualifikationsnachweis für Fachpersonal, das tragende Klebeverbindungen im Holzbau ausführt. Der Nachweis umfasst die Qualifikation des Fachpersonals sowie die Werkseinrichtung und ist in DIN 1052-10 geregelt.

Warum ist die Leimgenehmigung erforderlich?

  • Rechtliche Grundlage: Vorgeschrieben über DIN 1052-10 und allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen bzw. Produktnormen

  • Qualitätssicherung: Vermeidung von Verarbeitungsfehlern bei sensiblen Klebeverbindungen

Wie können Sie die Leimgenehmigung erhalten?

Zu Beginn ist ein mehrtägiger Lehrgang an einer anerkannten Prüfstelle zu besuchen. Derzeit sind in DE anerkannt:

Die Lehrgänge finden jährlich statt und beinhalten Theorie, Praxis und Prüfung. Erforderlich ist außerdem eine Betriebsprüfung sowie die Prüfung der Verklebungsqualität. Die Bescheinigung wird dann mit einer Geltungsdauer von fünf Jahren ausgestellt.

Was passiert nach der Erlangung der Leimgenehmigung?

Dauerhafte werkseigene Produktionskontrolle (Prüfung der Verklebungsqualität mit Rückstellproben, Verklebungsdokumentation führen etc.)

Zwischenprüfungen, zweimal während der Geltungsdauer von ≤5 Jahren (Prüfung der werkseigenen Produktionskontrolle etc.)

Großes Holztragwerk im Bauzustand mit weitgespannter Dachkonstruktion, regelmäßigen Stützenreihen und sichtbar verbauten Holzträgern einer Ingenieurholzbaukonstruktion.

Abbildung 6: Holztragwerke ermöglichen große Spannweiten bei geringem Eigengewicht

Fazit

Eingeklebte Gewindestangen und Bewehrungsstäbe bieten im Holzbau für gewisse Anwendungsfälle erhebliche Tragfähigkeits-, Installations- und Montagevorteile, insbesondere bei faserparalleler Einbindung. Sie liefern sehr steife Anschlüsse, ermöglichen die lokale Übertragung sehr hoher Kräfte und sind in großen Durchmessern verfügbar. Praktisch bedeutet das: höhere Leistung pro Befestigungspunkt, oft weniger Befestigungspunkte und weniger Arbeitsschritte auf der Baustelle. HIT-RE 500 V4 stellt dafür ein vollständiges, geprüftes System bereit – für Neubau, Verstärkung und anspruchsvolle Hybridkonstruktionen. Die ETA 20 0834 und die allgemeine Bauartgenehmigung Z 9.1 902 untermauern die Anwendungssicherheit des Systems; detaillierte Produktinformationen zum RE 500 V4 finden Sie hier.

Weiterführende Links:

Kontaktieren Sie Hilti

Direkt zum Bemessungstool PROFIS Engineering

Ausschreibungstexte

Technisches Handbuch

Weitere Informationen zu eingeklebten Gewindestangen im Holzbau

Weitere Informationen zu Holzbauschrauben auf Hilti Online

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FAQ – Häufige Fragen zu eingeklebten Gewindestangen im Holzbau

Wie bemesse ich eingeklebte Gewindestangen für den Brandfall?

EN 1995‑1‑2 stellt kein direktes Bemessungsmodell für eingeklebte Stahlstäbe im Brandfall zur Verfügung, und die ETA von Hilti enthält keine Bewertung für Brandbeanspruchung. Die Brandbemessung von eingeklebten Gewindestangen ist daher projektspezifisch vorzunehmen. Die Bemessung kann auf ingenieurmäßigen Beurteilungen, Hinweisen aus den Nationalen Anhängen oder auf projektspezifischen Versuchen beruhen und erfordert die Freigabe durch den verantwortlichen Tragwerksplaner.

Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen in Erdbebengebieten einsetzen?

Eingeklebte Gewindestangen können in seismischen Anwendungsfällen eingesetzt werden, sofern sie ausschließlich im elastischen Bereich beansprucht werden. Eine duktil ausgelegte Bemessung (plastischer Verformungsbereich) ist für eingeklebte Gewindestangen in Erdbebengebieten gemäß FprEN 1995‑1‑1 nicht vorgesehen.

Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen bei ermüdungsrelevanter Beanspruchung verwenden?

Die ETA von Hilti deckt keine Verbindungen mit ermüdungsrelevanter Beanspruchung ab.Daher dürfen eingeklebte Gewindestangen nicht für Verbindungen mit Ermüdungsanforderungen eingesetzt werden. Allerdings sind bestimmte Konstruktionen – die intuitiv als ermüdungsbeansprucht angesehen werden könnten – von den Bemessungsanforderungen für Ermüdung ausgenommen. Diese Ausnahmen sind im Eurocode definiert, da die Ermüdungsbeanspruchung als vernachlässigbar eingestuft wird. Beispiele hierfür sind Fußgänger‑ und Radwegbrücken.

Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen in Holzbrücken verwenden?

Ja, grundsätzlich ist der Einsatz möglich. Es muss jedoch mit dem Tragwerksplaner abgestimmt werden, ob eine ermüdungsrelevante Beanspruchung der Verbindung zu berücksichtigen ist. Ist dies der Fall, dürfen eingeklebte Gewindestangen nicht verwendet werden.

Kann ich eingeklebte Gewindestangen mit Ingtools für Brettsperrholz (CLT) oder Furnierschichtholz (LVL) bemessen?

Nein. Derzeit deckt die Ingtools‑Bemessungssoftware für eingeklebte Gewindestangen ausschließlich Brettschichtholz / Balkenschichtholz (GLT) ab. Brettsperrholz (CLT) und Furnierschichtholz (LVL) sind aktuell nicht enthalten.

Kann ich die Lösung von Hilti für eingeklebte Gewindestangen mit Hartholz („Baubuche“) verwenden?

Nein. Die ETA von Hilti gilt nicht für Harthölzer. Der Anwendungsbereich ist auf Nadelholz (Weichholz) beschränkt.

Kann ich auch Betonrippenstahl einkleben? Welche Vorteile hat Betonrippenstahl gegenüber Gewindestangen?

Ja, Betonrippenstahl (Bewehrungsstahl) kann ebenfalls verwendet werden, da hierfür eine ETA‑Zulassung vorliegt. Ein technischer Vorteil gegenüber Gewindestangen besteht jedoch nicht. Zu beachten ist, dass die verbundlose Hülse (HIT‑DS) nicht mit Betonrippenstahl eingesetzt werden kann. In bestimmten Anwendungen – beispielsweise bei der Verstärkung von Holzbauteilen – kann Betonrippenstahl aus planerischer Sicht dennoch bevorzugt werden.

Warum sollte ich eingeklebte Gewindestangen anstelle von Holzbauschrauben verwenden?

Eingeklebte Gewindestangen können mit einer sehr großen Einklebelänge in das Holzbauteil eingebracht werden und erreichen dadurch eine deutlich höhere Ausziehtragfähigkeit sowie eine höhere axiale Tragfähigkeit als Schrauben. Darüber hinaus kann die Ausführung so erfolgen, dass die Verbindung nach der Montage unsichtbar ist. Damit eignen sich eingeklebte Gewindestangen besonders für hochtragfähige, architektonisch anspruchsvolle Holzverbindungen.

Benötigen Monteure für eingeklebte Gewindestangen in Deutschland eine „Leimschein“-Zertifizierung? Wenn sich meine Werkstatt nicht in Deutschland befindet, die tragenden Holzverbindungen mit eingeklebten Gewindestangen jedoch auf einer Baustelle in Deutschland eingesetzt werden: Müssen meine Mitarbeiter in diesem Fall ebenfalls über eine entsprechende Zertifizierung verfügen?

Ja. Nach deutschem Baurecht müssen alle eingeklebten Gewindestangen, die auf Baustellen in Deutschland eingebaut werden, von zertifizierten Fachkräften ausgeführt werden. Dies gilt auch für Betriebe mit Sitz außerhalb Deutschlands, die vorgefertigte Holzbauteile auf Baustellen in Deutschland liefern. Die Zertifizierung kann durch eine deutsche Institution (z. B. MPA, WKI) oder durch eine gleichwertige ausländische Stelle erfolgen.

Müssen Gewindestangen auch dann zentriert werden, wenn Hilti keinen passenden Zentrierring anbietet?

Eine zentrische Ausrichtung ist immer erforderlich, wenn der Bohrlochdurchmesser mehr als 2 mm größer ist als der Nenndurchmesser der Stange. Das aktuelle Zentrierring‑Portfolio deckt die gängigsten Durchmesser M12–M24 ab. Für andere, in der ETA zugelassene Durchmesser (M6, M8, M10, M27, M30) ist ebenfalls eine Zentrierung erforderlich, sofern der Bohrlochdurchmesser mehr als 2 mm größer ist. In diesen Fällen können Zentrierlösungen von Drittanbietern verwendet werden.

Warum sind eingeklebte Gewindestangen nicht in der Volumenrechner‑App enthalten?

Installationen im Holzbau weisen eine größere Streuung des erforderlichen Injektionsvolumens pro Bohrloch auf. Diese Streuung entsteht durch Risse, Fehlstellen und Hohlräume im Holz, durch die Klebstoff aus dem Bohrloch austreten kann. Eine exakte Angabe des erforderlichen Injektionsvolumens pro Bohrloch ist daher nicht zuverlässig möglich und kann zu Qualitätsrisiken bei der Ausführung führen.

Wie kann ich abschätzen, wie viele Folienpacks für ein Projekt benötigt werden?

Auch wenn Hilti keine exakten Volumenangaben pro Bohrloch bereitstellt, kann eine Richtwertabschätzung für größere Mengen an Bohrlöchern erfolgen, da sich die Streuung des Injektionsvolumens statistisch ausmittelt. Hierzu steht eine Tabelle zur Verfügung, die den Richtwert für die benötigte Anzahl an Gebinden pro 100 Bohrlöcher in Abhängigkeit vom Bohrloch‑ und Stabdurchmesser angibt.

Technische Hilti-Tabelle zur Ermittlung des Bedarfs an HIT-RE 500 V4 Injektionsmörtel für eingeklebte Gewindestangen in Abhängigkeit von Durchmesser und Einbindelänge.

Tabelle 1: Referenztabelle zur Materialbedarfsermittlung für Verbindungen mit eingeklebten Gewindestangen

Wenn mit HIT‑CR‑M AG1 alle zulässigen Bohrlochdurchmesser abgedeckt werden, warum sollte HIT‑CR‑M AG2 verwendet werden?

Die ETA für HIT‑RE 500 V4 im Holzbau fordert, dass die Differenz zwischen Bohrlochdurchmesser und Nenndurchmesser der Stange maximal 2 mm beträgt. Der Zentrierring HIT‑CR‑M AG1 reduziert diese Differenz um 2 mm und kann daher bei Bohrlöchern mit 2–4 mm größerem Durchmesser eingesetzt werden. Da kleinere oder größere Abweichungen nicht zulässig sind, deckt HIT‑CR‑M AG1 formal alle zulässigen Bohrlochdurchmesser ab. Der Zentrierring HIT‑CR‑M AG2 reduziert die Differenz um 4 mm und ermöglicht damit eine noch zentrischere Lage der Stange in Bohrlöchern, die 4 mm größer sind als der Stabdurchmesser. Zusätzlich zur erhöhten Ausführungssicherheit reduziert HIT‑CR‑M AG2 die Rückstoßkraft der Stange beim Injizieren des Klebstoffs. Bei Bohrlöchern mit +4 mm Durchmesser kann der Anwender wahlweise HIT‑CR‑M AG1 oder HIT‑CR‑M AG2 verwenden.