Sehr geehrte Damen und Herren,
Was für einen Einspanngrad ist bei Abstandsmontage mit Unterfütterung von Stahlplatten richtig?
Und bei Unterfütterung mit Holz? Ist da ein Problem, dass die Druckfestigkeit viel kleiner ist als 30N/mm²?
Sehr geehrter Herr Selmedinov,
vielen Dank für Ihre Frage.
Der Einspanngrad ist gemäß der DIN EN 1992-4 Kapitel 6.2.2.3 (3) nach guter Ingenieurspraxis zu bestimmen und kann Werte zwischen 1,0 und 2,0 annehmen. Ein Einspanngrad von 1,0 besagt, dass sich das Anbauteil frei verdrehen kann, wohingegen ein Einspanngrad von 2,0 bedeutet, dass das Anbauteil sich nicht verdrehen kann. Ihre Bemessung liegt auf der sicheren Seite, wenn Sie einen Einspanngrad von 1,0 auswählen. Selbstverständlich obliegt es aber immer der Einschätzung des planenden Ingenieurs, welcher Einspanngrad schlussendlich angesetzt wird.
Eine Unterfütterung mit Holz oder Stahl wird durch die DIN EN 1992-4 nicht explizit behandelt. Allerdings wird unter 6.2.2.3 (1) ausgeführt, dass die Verankerung mit einem Hebelarm wirkend angenommen werden sollte, sofern keine Unterfütterung mit einem druckfesten Mörtel mit mindestens der Festigkeit des Untergrundes oder 30N/mm² vorhanden ist. Da dies weder bei Holz noch bei Stahl gegeben ist, ist hier ebenfalls der Querkraftnachweis mit Hebelarm und einem ingenieurmäßig beurteilten Einspanngrad zu führen. Zusätzlich sollten die von Ihnen definierten Einspanngrade ggf. noch mit einem Prüfstatiker abgestimmt werden.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne hier oder auch unter unserer E-Mailadresse planer-support@hilti.com zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Hilti Ingenieurberatung
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