Veröffentlicht von Jürgen Heineltabout 4 years ago
Ist das Richten schräg gesetzter Dübel bei der Montage zulässig?
Ist es zulässig schräg gesetzte Ankerstangen zu richten bzw. wenn zulässig, gibt es eine Maximalgrenze für die Schrägstellung?
2 Antworten
Veröffentlicht von HILTI Ingenieurberatungabout 4 years ago
Sehr geehrte Damen und Herren,vielen Dank für Ihre Frage.Eine Schiefstellung des Dübels wird in den Hinweisen für die Montage von Dübelverankerungen des DIBt begrenzt. Der Abschnitt 3.2 liefert folgende Aussage: „Bohrlöcher sind senkrecht zur Oberfläche des Verankerungsgrundes zu bohren. Abweichungen bis höchstens 5° zur Senkrechten sind zulässig“ [1].Mit diesem Passus wird der menschlichen Natur Rechnung getragen, dass ein exakt im 90° Winkel hergestelltes Bohrloch fern jeglicher Praxis ist. Ebenso ist es nahezu unmöglich eine Gewindestange perfekt gerade ins Bohrloch einzusetzen. Aus diesem Grund ist es bei der Montage möglich, kleinere Schrägstellungen/Schrägbohrungen durch ein „Richten“ der Gewindestange auszugleichen. Es ist dabei darauf zu achten, dass das Bohrloch maximal eine Abweichung von höchstens 5° zur Senkrechten aufweisen darf und die Gewindestange nach dem Richten vollumfänglich mit Mörtel umschlossen bleibt. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne hier oder auch unter unserer E-Mailadresse Planer-Support@hilti.com zur Verfügung. Mit freundlichen GrüßenIhre HILTI Ingenieurberatung[1] DIBt: Hinweise für die Montage von Dübelverankerungen, 2010Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.
2 comments on this reply
Veröffentlicht von HILTI Ingenieurberatungabout 4 years ago
Sehr geehrter Herr Heinelt,
die aktuelle Normung zur Dübeltechnik bzw. die aktuellen Hinweise des DIBt zur Dübelmontage liefern keinerlei Information, inwiefern ein nachträgliches "Richten" bzw. Verbiegen der Ankerstange zulässig ist. Generell gilt, wie oben gezeigt die Aussage, dass eine Schiefstellung bis zu 5° laut des DIBt und den Hinweisen für die Montage von Dübelverankerungen möglich ist. Weiterführende Untersuchungen oder Erfahrungsberichte liegen nicht vor.
Das nachträgliche Verbiegen oder von Ihnen beschriebene "Richten" mit Hilfe mehrerer Hammerschläge kann allerdings dazu führen, dass zum einen die Ankerstange strukturell geschädigt wird und zum anderen Biegespannungen im Stahl entstehen, welche die Tragfähigkeit der Gewindestange negativ beeinflussen können. Hierzu kann HILTI keine allgemeingültige Aussage treffen, im Einzelfall und bei großen Abweichungen sollten Sie Ihren Stahlbauplaner kontaktieren.
Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.
Veröffentlicht von Jürgen Heineltabout 4 years ago
Danke, soweit verständlich.
Wie sieht es aber aus, wenn die Ankerstange nach dem Aushärten des Mörtels "gerichtet", also quasi verbogen wird? Gibt es für solche Fälle Untersuchungen oder Erfahrungsberichte? Solch ein Fall erscheint mir nicht ungewöhnlich, wenn zwischen dem Setzen des Dübels und der weiteren Montage eine Unterbrechnung von z.B. einem Wochenende liegt. Man möchte am Freitag nach Hause, schnell noch einige Ankerstangen setzen und am Montag stellt man fest, dass die Lochbilder nicht mehr passen. Also Mutter auf das Gewinde, Anker bekommt ein paar Schläge und das Lochbild passt wieder.
Jeder der hier mitliest wird das im Stillen bestätigen aber nicht öffentlich kommunizieren. Nach dem Motto "dabei blos nicht erwischen lassen...".
Veröffentlicht von Joerg Nietzschmannalmost 2 years ago
Hi, habt ihr bitte den Artikel des DIBT für wo die Schrägstellung erwähnt wird?
Grüße +Danke
Jörg Nietzschmann
