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Nachträglich eingemörtelte Bewehrungsstäbe

Veröffentlicht von Mehmet Altun3 months ago
Nachträglich eingemörtelte Bewehrungsstäbe

Sehr geehrte Damen und Herren, der Link zur Anmeldung zu dem Semimar gem. Titel am 16.4.2026 ist nicht aktiv. Falls dieses Seminar doch nicht statt finden sollte, so möchte ich meine Frage hier stellen.
Gilt die Zulassung für eingemörtelte Bewehrungsstäbe auch für Leichtbeton nach EC2. Wenn ja, wo ist es genau geregelt? Wenn nein, wie ist damit umzugehen? Besten Dank im Voraus.

Eingemörtelte Bewehrungsstäbe in Leichtbeton,Zulassung?

1 Antwort
Veröffentlicht von HILTI Ingenieurberatung3 months ago
Hilti verifiziert

Sehr geehrter Herr Altun,
vielen Dank für Ihre Frage.

Grundsätzlich gelten unsere Zulassungen für verdichteten, bewehrten oder unbewehrten Normalbeton ohne Fasern mit den Festigkeitsklassen nach EN 206.

Leichtbeton ist in den Anwendungsbereichen unserer aktuellen ETAs nicht erfasst.
Damit ist eine Anwendung unserer zugelassenen Systeme in eben jenem Beton durch die bestehende ETA nicht abgedeckt und folglich regelwerksseitig nicht zulässig.

Eine direkte Übertragung der in der ETA angegebenen Bemessungswerte auf Leichtbeton ist nicht möglich, da:

  • das Verbundverhalten zwischen Mörtel, Bewehrung und Leichtbeton signifikant abweicht,
  • Leichtbeton eine geringere Rohdichte und andere Bruchmechanismen aufweist,
  • die maßgebenden Widerstandsmodelle der ETA auf Versuchen in Normalbeton basieren.

Sofern dennoch ein nachträglicher Bewehrungsanschluss in Leichtbeton vorgesehen werden soll, kann dies nur außerhalb der ETA im Rahmen einer projektbezogenen Einzelfallbetrachtung erfolgen. Hierbei liegt die Verantwortung für den Nachweis beim Tragwerksplaner.

Aus technischer Sicht bzw. als ingenieurmäßiger Ansatz wäre unserer Meinung nach mindestens Folgendes erforderlich:

Bemessung der erforderlichen Verankerungslänge gemäß EN 1992‑1‑1, Abschnitt 8.4, unter Berücksichtigung

  1. der Leichtbetonklasse (LC …),
  2. des Abminderungsfaktors für Leichtbeton (λ),
  3. der reduzierten Verbundspannung f_bd.
  4. Nachweis des Betontragvermögens (Abplatz-, Spalt- und Ausziehversagen), wobei konservative Ansätze anzusetzen sind, da keine abgesicherten Versuchswerte vorliegen.
  5. Ansatz reduzierter Materialkennwerte für Leichtbeton (E‑Modul, Zugfestigkeit) gemäß EN 1992‑1‑1, Kapitel 11.


Da die ETAs keine Verbundwerte für Leichtbeton liefern, müsste der Verbund entweder rein EC2‑basiert (ohne ETA‑Kennwerte) oder mit zusätzlichen Sicherheitsbeiwerten bzw. Reduktionsfaktoren angesetzt werden.

Wir empfehlen dringend die rechtzeitige Abstimmung der notwendigen Nachweise und Schritte mit Ihrem Prüfingenieur zur Erwirkung einer Zustimmung im Einzelfall (ZiE) oder einer vorhabenbezogenen Bauartgenehmigung.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne hier oder auch unter unserer E-Mailadresse Planer-Support@hilti.com zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Hilti Ingenieurberatung

Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.

Leichtbeton,Nachträgliche Bewehrungsanschlüsse