Warum verlangt die Hilti PROFIS Engineering Suite bei der Dübelbemessung die Auswahl zwischen gerissenem und ungerissenem Beton?
Die Hilti PROFIS Engineering Suite erzwingt im Modul Dübelbemessung die Festlegung auf „gerissenen“ oder „ungerissenen“ Beton, da sich das Tragverhalten von Befestigungen je nach Risszustand grundlegend unterscheidet.
Bei chemischen Dübeln kann im gerissenen Beton der Verbund zur Bohrlochwand teilweise unwirksam werden.
Bei mechanischen Dübeln verändern sich die Lastmechanismen ebenfalls:
Bei Hinterschnittdübeln reduziert sich die wirksame Hinterschnittfläche, bei Spreizdübeln kann die Spreiz- und Reibwirkung abnehmen, was zu größeren Verschiebungen führt.
Gemäß EN 1992-4, Abschnitt 4.7, ist der Risszustand vom bemessenden Ingenieur für die gesamte Nutzungsdauer festzulegen. Von ungerissenem Beton darf nur ausgegangen werden, wenn nachgewiesen ist, dass sich das Befestigungselement unter der maßgebenden Kombination der Einwirkungen vollständig in ungerissenem Beton befindet.
Da die Software den tatsächlichen Risszustand nicht selbst erkennen kann, muss diese Entscheidung projektspezifisch getroffen werden. In der Praxis ist gerissener Beton im Hoch- und Tiefbau der Regelfall und stellt den konservativen Bemessungsansatz dar.
Noch Fragen?
Für Planer:innen, die tiefer einsteigen wollen, empfehlen wir das Editorial zur PROFIS Engineering sowie das neueste Webinar zum Thema Einstieg in PROFIS Engineering.
Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsereBesonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische BeratungAnwendung.