Wie funktioniert die Nachweisführung für nachträgliche Bewehrungsanschlüsse nach TR 069 – und welche Versagensarten sind dabei relevant?
Die Bemessung erfolgt im Grenzzustand der Tragfähigkeit unter reiner Zugbeanspruchung. Dabei müssen alle relevanten Versagensarten rechnerisch erfasst werden – maßgeblich ist immer der kleinste Widerstand:
R_d ≤ min {N_Rd,y; N_Rd,c; N_Rd,sp}, wobei gilt:
- N_Rd,y = Stahlversagen durch plastisches Fließen des Bewehrungsstabs,
- N_Rd,c = kegelförmiger Betonausbruch am Bohrloch,
- N_Rd,sp = Verbund-Spalt-Versagen (z. B. durch radialen Druck im Mörtelbett).
Die Nachweise erfolgen mit den in der ETA hinterlegten Widerstandswerten, unter Berücksichtigung von Betondeckung, Achsabständen und Randbedingungen. Hilti bietet für TR-069-basierte Produkte wie RE 500 V4 passende Softwareunterstützung in PROFIS Engineering – inklusive aller drei Versagensarten.
Noch Fragen?
Im Engineering Center entsteht aktuell eine umfassende Artikelserie zu nachträglich installierten Bewehrungseisen – mit technischen Hintergründen, Praxistipps und Beispielen. Ab 09/2025 findet sich dort auch ein vollständiges Handbuch zur Beton-Beton-Verbindung.
Für Planer:innen, die jetzt schon tiefer einsteigen wollen, empfehlen wir die technischen Editorials zu Hilti Verstärkungssystemen und nachträglich installierten Bewehrungsanschlüssen.
Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.