Wie wird die Querkraftübertragung zwischen Alt- und Neubeton bemessen – und was ist bei nachträglich eingemörtelten Stäben besonders zu beachten?
Querkräfte dürfen nicht über die eingemörtelten Bewehrungsstäbe selbst übertragen werden. Die Schubübertragung erfolgt ausschließlich über den tragenden Betonquerschnitt – konkret über die raue oder verzahnte Kontaktfuge zwischen Alt- und Neubeton.
Ein gesonderter rechnerischer Nachweis der Schubfuge ist zwingend erforderlich, da die Fugenausbildung das monolithische Tragverhalten unterbricht.
Je nach Lage der Fuge und Beanspruchung gelten in Deutschland drei anerkannte Nachweisverfahren (gemäß EN 1992-1-1 und NA DE):
- e_d/h ≥ 3,5, ohne Querkraftbewehrung → Abschnitt 6.2.2
- e_d/h ≥ 3,5, mit Querkraftbewehrung → Abschnitt 6.2.3
- e_d/h < 3,5, z. B. bei Druckbeanspruchung → Abschnitt 6.2.5
Hilti liefert hierzu technische Hinweise, Details zur Fugenausbildung sowie Anwendungshilfen in PROFIS Engineering und den technischen Handbüchern.
Noch Fragen?
Im Engineering Center entsteht aktuell eine umfassende Artikelserie zu nachträglich installierten Bewehrungseisen – mit technischen Hintergründen, Praxistipps und Beispielen. Ab 09/2025 findet sich dort auch ein vollständiges Handbuch zur Beton-Beton-Verbindung.
Für Planer:innen, die jetzt schon tiefer einsteigen wollen, empfehlen wir die technischen Editorials zu Hilti Verstärkungssystemen und nachträglich installierten Bewehrungsanschlüssen.
Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.