Kann ich eure Verbunddübel auch für die Verankerung in Fels oder Stein verwenden?
Projekte erfordern eventuell eine Befestigungen im Untergrund Fels bzw. Gestein. Die ETAs der gängigen Befestigungssysteme decken aus mehreren Gründen dieses Untergrundmaterial nicht ab. Der Grund dafür ist, dass Fels bzw. Gestein ein unspezifisches Material ist und folglich das Tragverhalten von Befestigungssystemen in diesem Untergrundmaterial nicht uneingeschränkt bemessen werden kann. Die Tatsache, dass es sich bei Gestein/Fels um ein heterogenes Material handelt, führt unmittelbar dazu, dass das Tragverhalten eines Befestigungssystems experimentell analysiert werden muss. Allerdings muss beachtete werden das Fels/Gestein an nahe beieinander liegenden Stellen unterschiedliche Eigenschaften aufweisen kann. Es ist daher zu erwarten, dass ein identisches Befestigungssystem an unterschiedlichen Position im identischen Fels unterschiedliche Tragverhalten zeigen. Im Vergleich zu Fels/Gestein verfügt Beton hingegen über genaue, vordefinierte und genormte materialspezifische Eigenschaften.
Mögliche Vorgehensweise zur Abschätzung des Tragverhalten einer Befestigung im Untergrund Fels / Gestein?
(a) Grundsätzlich könnte der INJEKTIONSMÖRTEL HIT-RE 500 V4 für Felsanwendungen aufgrund seiner hervorragenden „klebenden“ Eigenschaften verwendet werden.
(b) Es müssen zwingend Ausziehversuche in dem Fels oder Gestein vorgenommen werden, die der geplanten Position und der geplanten Felsart am ähnlichsten ist. Im besten Fall findet der Belastungsversuch so nahe wie möglich an der endgültigen Position des Befestigungsmittel statt. Diese Ausziehversuche helfen den Bemessungswerte der Verbundfestigkeit für die spezifischen Randbedingungen zu ermitteln.
(c) Nach der Installation des Befestigungssystem an der gewünschten Stelle sollten zwingend Probebelastung durchgeführt werden, um die Bemessungslast experimentell nachzuweisen. Es ist jedoch zu beachten, dass sich die Eigenschaften von Fels/Gestein im Laufe der Zeit erheblich verändern können. Regelmäßige Probebelastungen sind in diesem Fall eine notwendige Qualitätssicherung der Befestigung.
(d) Einfache Punktbefestigungen, die eine unmittelbare Gefahr für das menschliche Leben darstellen (z.B. Klettersteig, Rettungsleinen), sind nicht zulässig.
Zusammenfassung:
Da es keine allgemeinen technischen Daten für diesen Verankerungsgrund gibt, kann eine sichere Befestigung nur durch eine Prüfung vor Ort erfolgen! Auch in diesem Fall sollte die Verankerung immer tiefer ausgeführt werden als statisch notwendig, solange im speziellen Daten zum Langzeitverhalten, möglichen Verwerfungen oder andere Schwachstellen im Fels nicht vorliegen.
Solche Anwendung müssen immer als ingenieurmäßige Bewertung klassifizieret werden und bewegen sich außerhalb der in der Zulassung abgedeckten Anwendungsbedingungen.
Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.