Sind die Verankerungssystem von Hilti wasserdicht?
Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass "normaler" Beton von sich aus immer Wasser eindringen lässt. Im Allgemeinen stellt sich die Frage nach der zulässigen Eindringtiefe bzw. der erforderlichen Eindringgrenze. Beispielsweise kann bei wasserundurchlässigem Beton das Wasser bis zu 50 mm tief in das Bauteil eindringen, aber nicht tiefer und nicht durch das Betonbauteil selbst. Dies wird vor allem durch die Begrenzung der zulässigen Rissbreite, den reduzierten kapillaren Porenraum und die Dicke des Betonbauteils erreicht.
Wenn ein Eindringen von Wasser vermieden werden soll, können spezielle Abdichtungsmaterialien auf die Betonoberfläche des Bauteils aufgebracht werden. Eine allgemeine Wasserdichtheitsprüfung für chemische Dübel wird bei einer ETA nicht verlangt.
Daher ist es notwendig zu verstehen, auf welchem Hintergrund diese Anforderung einer Wasserdichtigkeit des Befestigungssystems basiert, also warum die Wasserdichtheit verlangt wird, z. B.
(a) um den Bewehrungsstab oder das Befestigungssystem im Bohrloch vor Korrosion zu schützen oder
(b) um zu verhindern, dass Wasser über das Bohrloch in den Verankerungsgrund eindringt, oder
(c) um zu verhindern, dass der Beton durch Frost-Tau-Zyklen geschädigt wird, oder
(d) um sicherzustellen, dass die vom Dübel durchdrungene Dichtungsbahnen noch wasserdicht sind…
Es sollte bei dieser Anforderung berücksichtigt werden, dass es im Allgemeinen kein einheitliches Prüfkonzept zum Erlangen solch eines Nachweises gibt. Entweder beziehen sich die Prüfkonzepte auf einzelne Anwendungen und/oder auf nationale Normen für spezielle Anforderungen.
Im Allgemeinen können wir, ohne die Details zu kennen, die folgenden Prüfberichte anbieten:
(a) Hilti kann mehrere Prüfberichte über die Wasserdichtheit des INJEKTIONSMÖRTEL HIT-RE 500 V4 in Beton im Allgemeinen zur Verfügung stellen
(b) In Deutschland muss jedes Unternehmen auf der Grundlage des WHG, einem nationalen Gesetz, sicherstellen, dass keine gefährlichen Flüssigkeiten in die Umwelt eindringen. Wo gefährliche Flüssigkeiten verwendet werden, müssen so genannte WHG-Bereiche vorgesehen werden. Werden in einem solchen Bereich Verankerungen verwendet, muss die Flüssigkeitsdichtheit nachgewiesen werden. Dieser Nachweis nach WHG wurde für die Hilti INJEKTIONSMÖRTEL HIT-RE 500 V4 und die Hilti INJEKTIONSMÖRTEL HIT-HY 200-A erbracht.
(c) Bei Brückenbauwerken, die dem Angriff von Streusalz oder anderen korrosiven Stoffen ausgesetzt sind, wird in der Regel eine Bitumen- oder Flüssigkunststoffabdichtung vorgesehen. Brücken haben auch oft einen Randbalken, der nicht Teil der Primärkonstruktion ist und durch die Abdichtungsschicht vom Brückendeck getrennt ist. Die Abdichtungsbahn wird von den dafür eingebauten Ankern durchdrungen, so dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine ordnungsgemäße Abdichtung durch ein geeignetes und praktikables Mittel sicherzustellen. Bei der Verankerung von Randbalken wird die Abdichtung durch Injektion des Mörtels INJEKTIONSMÖRTEL HIT-RE 500 V4 durch eine patentierte HIW-Dichtscheibe erreicht. Die Dichtheit dieser Lösung wurde von einer unabhängigen Prüfstelle nach RVS 15.04.12 (Österreichisches Prüfverfahren) geprüft und nachgewiesen.
Bitte beachten Sie: Auf diese Antwort finden unsere Besonderen Bedingungen der Hilti Deutschland AG für die technische Beratung Anwendung.